Geschichte

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Schon seit 120 Jahren wird in unserem Betrieb Wein gekeltert. Eine verhältnismäßig kurze Zeit, wenn man bedenkt, dass hier schon zur Römerzeit der grosse Schwemmkegel, der sich zwischen gewaltigen Porphyrwänden zur Etsch hinzieht, landwirtschaftlich genutzt wurde. Bei Ausgrabungen kamen archäologische Funde ans Tageslicht, die den Anbau von Wein bestätigen. Die Familie Lentsch beschäftigte sich vorerst hauptsächlich mit dem Abbau und dem Vertrieb von Porphyrsteinen. Schon Johann Wolfgang v. Goethe hatte 1786 auf seiner italienischen Reise die feuerroten Porphyrwände von Branzoll als imposanten Anblick beschrieben. Karl Zuckmeyer beschreibt in seinem Roman "Die Magdalena von Bozen" begeistert das Schimmern und Leuchten der roten Porphyrwände nach einem heftigen Gewitter. Die Gebrüder Lentsch machten aus dem Porphyr ein internationales Markenzeichen. Über branzoller Porphyrsteine fuhren Pferdegespanne in Sarajevo, Fiaker in Wien und Kosaken auf dem Roten Platz in Moskau. 1882 kauften die Brüder den Gutsbetrieb "Adlerhof" zusammen mit dem Gasthof "Zum schwarzen Adler". Es dauerte nicht lange bis einer der Brüder, Hartmann, den eigenen Wein für den Ausschank im Gastbetrieb kelterte.
Von da an begann das stete Streben nach Erneuerung und Verbesserung in der Landwirtschaft. Auf der Anhöhe der Porphyrhalden, zwischen Maulbeerbäume und Zypressen, wuchsen die Weinsorten Vernatsch, Lagrein, Cabernet und Merlot. In der wärmeren Talsohle neben grossen und mächtigen Obstbäumen gediehen Riesling, Weiss- und Goldvernatsch. All diese Sorten wurden Jahr für Jahr einem Prozess der Veredelung unterzogen, und das mir Erfolg. Die Leidenschaft für Wein und Obst teilten auch die Söhne Hartmanns. Der kunstsinnige Hartmann, Hobbyarchäologe und Freizeitmaler, liess seinen Esprit in den Wein einfliessen. Norbert stellte den Betrieb auf ein modernes Management um, während Rupert, der Kunstmäzen, ein angesehener Mediziner wurde.
Eine Leidenschaft die nun in der dritten Generation weiterlebt. Schnelles und ungebundenes Handeln, sei es bei der Umstellung auf neue Sorten im Obstbau oder neue Erziehungsformen im Weinbau und bei seinem Ausbau sind die Stärken unseres Betreibs. So wurden in den letzten Jahren sämtliche Obstanlagen auf neue Sorten wie Gala, Pink Lady, Braeburn, Golden Delizius umgestellt um den Anforderungen des Konsumenten und des Marktes gerecht zu werden. Auch der Weinbau wurde zeitgemäss erneuert. Dabei war man bedacht, die Sorten auszuwählen, die sich für unsere Lagen und Bodenbeschaffenheit am besten eignen. Der Betrieb umfasst 35 ha Kulturfläche. Davon sind 22,5 ha Obstbau, meist in den tieferen Lagen angebaut und 12,5 ha Weinbaufläche in den besten Handlagen.